Archiv der Kategorie: Alltagsbewusstsein

Saviano: „In Europa herrscht Krieg…, die Jungs sind wie Dschihadisten.“

Robert Saviano schreibt in seinem neuen Roman „Der Clan der Kinder“:  „Keines dieser Kinder schießt, weil es Hunger hat. Sie machen es, um sich zu unterscheiden, um kein Niemand zu sein. In dem Europa, in dem sie aufwachsen, schließen sich die Wege, die zu Arbeit und Wertschätzung führen, immer mehr. Warum haben sie diesen Hunger nach Anerkennung, nach Macht, nach Liebe? Warum machen sie mit 15 schon Kinder? Weil sie wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben. Sie sind wie die Dschihadisten. Sie suchen einen Sinn, eine Aufgabe, ein Ziel. In Europa schaut man dauernd in Richtung Islam, wenn es um Jugendliche geht, die zur Waffe greifen. Aber das ist falsch. Keiner meiner Jungs war in einer Koranschule. Keiner hat etwas mit Religion am Hut. Aber sie sind die wirkliche Gefahr, der wir uns in Europa stellen müssen. Nicht die „islamistische Bedrohung“.

Saviano, Roberto, Um dir ins Gesicht zu schießen, brauche ich eine Sekunde, BLZ 17.3.18

 

 

 

 

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GroKo-Einigung: Ein Sieg der Seeheimer

Wenn die SPD-Basis sich mit diesen Inhalten zufrieden gibt, dann gute Nacht SPD. Folgende Punkte zeigen, dass sich der rechte Flügel der SPD bei der Entscheidung zur Zustimmung durchgesetzt hat:

Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken (!), private Alterssicherung stärken (!), zur Wohnungspolitik nur 1 Seite (!),und dabei: Ausbau der Datenbasis für den Mietspiegel nur „prüfen“ (statt von 4 auf 10 Jahre verlängern), Förderung des Soz. Wohnungbaus nur „garantieren“ (statt massiv ausbauen), und dies nur in gleicher Höhe wie die Eigentumsförderung (!), zur Mod.umlage nur: „darf nicht zu unverhältnismäßigen Mieterhöhungen führen“ (!), nichts zur Erneuerung des veralteten Kapitalstocks der Industrie, stattdessen weiter so mit „Investitionshochlauf fortsetzen“ (!), nichts Konkretes zur dringenden „Digitalisierung der Verwaltung“, zur EU viel, aber kaum Mehrheitsfähiges in Brüssel, Blankziehen zur Umverteilung – und zum verbreiteten Gefühl der Benachteiligung in den neuen Bundesländern nur: „ostdeutsche Ländern besonders unterstützen“. Aber faktische Obergrenze, minimaler Familiennachzug …! Erschütternd! Kleine Verbesserungen bei der Rente sind keine Botschaft des Neu-Anfangs.

Die SPD hat keine Ahnung von der Krise der etablierten Parteien und  wie man mit eingängigen Botschaften im Alltagsbewusstsein Hoffnung und Begeisterung fördert.

Einigungspapier Sondierung media-42354

 

Wenn die SPD-Basis sich mit diesen Inhalten zufrieden gibt, dann gute Nacht SPD. Folgende Punkte zeigen, dass sich der rechte Flügel der SPD bei der Zustimmung durchgesetzt hat:

Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken (!), private Alterssicherung stärken (!), zur Wohnungspolitik nur 1 Seite (!): Ausbau der Datenbasis für den Mietspiegel nur „prüfen“ (statt von 4 auf 10 Jahre verlängern), Förderung des Soz. Wohnungbaus nur „garantieren“ (statt massiv ausbauen), zur Mod.umlage nur: „darf nicht zu unverhältnismäßigen Mieterhöhungen führen“ (!), nichts zur Erneuerung des veralteten Kapitalstocks der Industrie, stattdessen weiter so mit „Investitionshochlauf fortsetzen“ (!), nichts Konkretes zur dringenden „Digitalisierung der Verwaltung“, zum verbreiteten Gefühl der Benachteiligung in den neuen Bundesländern nur: „ostdeutsche Länder besonders unterstützen“ und Beerdigung der Umverteilung. Ansonsten  Verbesserungen im Kleinklein, Vieles, schwer Durchsetzbares zu Europa, keine  Fokussierung auf zentrale, eingängige Botschaften.

Die SPD hat eben keine Ahnung von der Krise der etablierten Politik und  wie man im Alltagsbewusstsein Hoffnung, Aufbruch und Begeisterung fördert. Deprimierend!

Einigungspapier Sondierung media-42354

Der Westen schnappt sich 75% der besten Jobs im Osten

Benachteiligung und Ungerechtigkeit im Osten: Monitor mit beeindruckenden Zahlen zu den Spitzenjobs in Staat und Wirtschaft. Soviel zum neuen Trend der Ossi-Beschimpfung.
http://www.ardmediathek.de/tv/Monitor/Westdeutsche-bevorzugt-Kaum-Ostdeutsche/Das-Erste/Video?bcastId=438224&documentId=46908016
s.a. Berliner Zeitung „Die Macht der Verzweifelten“:  http://www.berliner-zeitung.de/politik/bundestagswahl/wahl-entscheidung-die-macht-der-verzweifelten-aus-dem-osten-28459654

 

Millenials fahren auf „alte Sozialisten“ ab

Nur jeder achte glaube, ihm werde es finanziell besser gehen als den Eltern. … Meine Kinder werden es mal besser haben – dieser Satz gilt nicht mehr ohne weiteres. … Laut Deloitte Millennial Survey 2017 ist die Festanstellung der erstrebenswerteste berufliche Status der jungen Menschen in Deutschland. 75 Prozent wünschen sich einen Vollzeitjob. … Laut Deloitte wünscht sich immerhin ein Drittel der deutsche Millennials einen radikalen Wandel der Gesellschaft. In Großbritannien, den USA und Frankreich wenden sich die jungen Menschen den „alten Sozialisten“ zu.“
http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/kinder-der-krise-millennials-sind-rund-40-prozent-aermer-als-ihre-eltern-27888204

Lug und Trug in der Politik, hier: Die Abgaslüge

Bundesregierung und EU-Kommission wussten mindestens seit 2011 vom gigantischen Betrug im Dieselskandal. Wann wird Minister Dobrindt tätig – nach der Aufdeckung in den USA 2017. Die EU-Kommission arbeitet seit 8 Jahren an dem Problem der Abschaltschummelsoftware und den Tests unter Real-Bedingungen – gegen den Widerstand von 313 Autolobbyisten in Brüssel. Alle eur. Autokonzerne lügen das Blaue vom Himmel. Hochaktueller Beitrag aus 2016. Bislang null Entschädigung eur. Dieselbesitzer. Stickoxide sind für Todesfälle in fünfstelliger Größenordnung verantwortlich ist. Das immer mehr Menschen an Politik und Rechtsstaat zweifeln, wundert nicht.

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal21-dokumentation-die-abgasluege-wie-autoindustrie-und-100.html

Presse wünscht sich Spaltung der LINKEN

Wagenknecht BLZ 27.6.16Markus Decker, zuständig in der Berliner Zeitung für die LINKE, ruft heute in der Print-Ausgabe offen zur Spaltung der LINKEN auf und legt damit die wahre Intention der zahlreichen und heftigen Angriffe der bürgerlichen Presse gegen Wagenknecht (FAZ, Welt, SZ, SPON, Tagesspiegel, BLZ vorneweg) offen. Wagenknechts Aussage: ” Vielmehr habe sie deutlich machen wollen, dass die Integration der Flüchtlinge eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre sei, Merkel dafür aber nicht die notwendigen Voraussetzungen schaffe“, ist völlig richtig, s. z.B. die seit knapp einem Jahr andauernde Kritik von Ländern und Kommunen an der völlig unzureichenden Übernahme der Kosten für Flüchtlinge durch den Bund. Sie vergisst jedoch nicht zum ersten Mal darauf hinzuweisen, dass Merkels „Wir schaffen das“ vom letzten Jahr in seiner Wirkung auf das Alltagsbewusstsein eine positive wichtige Seite hatte. Warum bietet Wagenknecht mit ihrer undifferenzierten Sichtweise diese Flanke? Dummheit oder Kalkül?
Decker, Es geht auch ohne Wagenknecht, BLZ 27.7.16