Archiv der Kategorie: Prekarisierung

Saviano: „In Europa herrscht Krieg…, die Jungs sind wie Dschihadisten.“

Robert Saviano schreibt in seinem neuen Roman „Der Clan der Kinder“:  „Keines dieser Kinder schießt, weil es Hunger hat. Sie machen es, um sich zu unterscheiden, um kein Niemand zu sein. In dem Europa, in dem sie aufwachsen, schließen sich die Wege, die zu Arbeit und Wertschätzung führen, immer mehr. Warum haben sie diesen Hunger nach Anerkennung, nach Macht, nach Liebe? Warum machen sie mit 15 schon Kinder? Weil sie wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben. Sie sind wie die Dschihadisten. Sie suchen einen Sinn, eine Aufgabe, ein Ziel. In Europa schaut man dauernd in Richtung Islam, wenn es um Jugendliche geht, die zur Waffe greifen. Aber das ist falsch. Keiner meiner Jungs war in einer Koranschule. Keiner hat etwas mit Religion am Hut. Aber sie sind die wirkliche Gefahr, der wir uns in Europa stellen müssen. Nicht die „islamistische Bedrohung“.

Saviano, Roberto, Um dir ins Gesicht zu schießen, brauche ich eine Sekunde, BLZ 17.3.18

 

 

 

 

Advertisements

Nahles bringt neue Schlupflöcher bei Leiharbeit

Plusminus Leiharbeit Schlupflöcher 27.6.16plusminus: Nahles macht mit ihrem Gesetzentwurf zur Leiharbeit neue Schlupflöcher durch 18-Monats-Kettenarbeitsverträge möglich.
http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/kampf-um-leiharbeit-100.html

Mindestlohn schaftt Arbeitsplätze

Regalauffüller BLZ 15.5.15Minijobs werden in sv-pflichtige Beschäftigung umgewandelt, weil durch den Mindestlohn die 450-€-Grenze überschritten wird. Weil Minijobber weiter unter den 450 € bleiben wollen, müssen sie bei gleichem Verdienst weniger Stunden arbeiten, mit der Folge, dass neue Minibobs geschaffen werden.
http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/einzelhandel-mindestlohn-wirkt-anders-als-gedacht,10808230,30696512.html

20 Cents pro Klick: Wilder Westen im Crowdworking

Crowdworkerin, BLZ 20.4.15

Stundenlohn 1,29 Euro, Rausschmiss ohne Entlassung, sogar Arbeiten ohne Bezahlung. Verdopplung der „Netzarbeiter“ in drei Jahren, Freelancer-Ingenieur-Teams aus allen Ecken der Welt, die einfach ein- und abgeschaltet werden. Kommt eine „radikal andere Arbeitswelt“?

http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/online-jobs-crowdwork-warum-menschen-im-internet-fuer-centbetraege-arbeiten,10808230,30468486.html

Sozialgerichte canceln Mietkürzung durch Jobcenter

Plusminus, Sozialgerichte gg. Jobcenter

Chefs der Jobcenter fordern nun in internem Papier Pauschalierung der Unterkunftskosten . Nahles klammert kdu-Reform bei der für Mitte des Jahres angekündigten HartIV-Reform aus. Leipzig kündigt Neuberechnung der Mietobergrenze an. Was passiert in anderen Städten?
http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/mdr/2014/sendung-vom-17122014-112.html

Hälfte der Wähler verloren – einige Gründe

Fahrerflucht der Fraktionsvorsitzenden, der Union mangelnden Sparkurs vorgeworfen, Gefühl der Unsicherheit bei den Menschen verkannt, bei HartzIV = Armut bei Gesetz“ stehengeblieben: Anbei eine gute Analyse der Wahlniederlage der LINKEn in BBurg.
http://www.neues-deutschland.de/artikel/947413.es-duerfte-kroeten-zu-schlucken-geben.html?sstr=Kirchner

Replik auf Brie/Klein: Über den Kern der notwendigen Strategieänderung

          Kipping, Riexinger (2)
Zu dem Beitrag von M. Brie und D. Klein zur Strategie der Linkspartei habe ich folgende Replik geschrieben:

Was ist der Kern der „Selbstveränderung“ der Linken?

Brie/Klein führen die Strategiedebatte fort. Das ist zu begrüßen. In ihrer Kritik an Horst Kahrs stellen sie den notwendigen Richtungswechsel der Gesamtpolitik, den „deutlich anderen wirt-schaftlich-sozialen, ökologischen und politischen Entwicklungspfad“ in den Vordergrund, den Kahrs ausblende. Darauf zu verweisen, ist unstrittig. Dennoch: Die „weitere Selbstveränderung der Linken“, die Brie/Klein zu Recht fordern, kann damit nicht gemeint sein, war die Linkspartei doch stets vorrangig um die Präsentation roter Linien als Voraussetzung rot-rot-grüner Bündnisse bemüht. Dies hat aber eher zu deren Auseinanderentwicklung beigetragen. Die bloße Wiederholung der Kernforderungen der LINKEN führt r2g nicht aus der Sackgasse und ist auch kein Beitrag zur Selbstveränderung.

Brie/Klein gehen den Konsequenzen ihrer eigenen Aussage nicht nach, dass die Gesellschaft „gegenwärtig weit entfernt“ vom geforderten „Mitte-Mitte-Unten-Bündnis“ ist, sie liefern keinen Hinweis darauf, wie der neue Entwicklungspfad im Lande mehrheitsfähig werden soll. Mit Bloch glauben sie, durch „utopisches Bewusstsein“ und „Visionen“ könne dem grassierenden „rechten Populismus“ der Boden entzogen werden. Da sind grundsätzliche Zweifel angebracht. Eine Grundcharakteristik der „Demokratie der Besserverdienenden“ ist doch, dass sich das untere Drittel (und immer mehr auch Teile der Mittel-schichten) aus dem Politikbetrieb verabschieden, weil sie ihn für korrupt und unfähig halten, den geforderten grundsätzlichen Richtungswechsel durchzusetzen. Der Kern der notwendigen Selbstveränderung der LINKEN muss in einer dichteren Auseinandersetzung mit dem Alltagsbewusstsein verortet werden (s. meinen Beitrag „Am Alltagsbewusstsein anknüpfen“ im ND vom 28.4.). Dazu schweigen die Autoren. Hier könnte von Nutzen sein, eine nicht minder zentrale Aussage von Bloch sich zu eigen zu machen: „Nazis sprechen betrügend, aber zu Menschen, die Kommunisten völlig wahr, aber nur von Sachen.“ (Erbschaft dieser Zeit)

http://www.neues-deutschland.de/artikel/931823.die-linken-und-das-staerkste-fernrohr.html?sstr=brie

(Der Kommentar findet sich am Ende des Artikels)